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Buchempfehlungen

„Das Auge von Hongkong“ von Chan Ho-Kei.

Es ist ein Kriminalroman. Aber einer, der sich nicht mit Spannung begnügt.

Chan Ho-Kei, 1975 in Hongkong geboren, hat nicht nur als Schriftsteller gearbeitet, sondern auch als Softwareentwickler, Game Designer und Comic-Redakteur. Vielleicht erklärt das die Präzision seiner Konstruktionen, den Rhythmus seiner Szenen und die fast beiläufige Eleganz, mit der sich hier sechs Fälle zu einem viel größeren Bild fügen.

Denn dieses Buch erzählt nicht einfach Ermittlungen rund um Inspector Kwan. Es erzählt, in sechs miteinander verbundenen Fällen, auch von Hongkong selbst: von Umbrüchen, politischen Spannungen, Erinnerungen und jener eigentümlichen Gleichzeitigkeit von Tempo, Dichte und Fragilität, die diese Stadt auszeichnet. Gerade deshalb wirkt der Roman weit über sein Genre hinaus.

Vielleicht lese ich es auf meiner aktuellen Reise durch China auch deshalb mit besonderer Aufmerksamkeit. Manche Bücher passen sich einem Ort nicht an, sie treten mit ihm in ein Gespräch. „Das Auge von Hongkong“ gehört für mich in diese Kategorie: ein kluger, exzellent komponierter Roman, der zeigt, dass Literatur manchmal dort am präzisesten wird, wo sie sich als Krimi tarnt.

Meine Wochenendempfehlung: für alle, die Kriminalliteratur nicht nur als Plot, sondern auch als Gesellschaftsbeobachtung lesen. Hier geht es direkt zum Buch:

https://bit.ly/3NhXUNx