Hiroko Oyamada erzählt von drei neuen Angestellten in einem riesigen Industriewerk: Die Jobs sind seltsam kleinteilig (Papier schreddern, Dokumente prüfen, Moos beobachten) und mit jeder Seite verschiebt sich die Normalität um ein Stück.
Das ist leise, kafkaesk und zugleich sehr gegenwärtig: nicht der große Knall, sondern das stetige Gefühl, dass etwas nicht stimmt – im Betrieb, im Alltag, vielleicht im ganzen System.
Warum das gut ins Wochenende passt: Das Buch ist kurz, scharf, nachhallend: ideal, wenn man „nur mal anfangen“ will und dann doch weiterliest. Es ist Satire ohne Klamauk: Oyamada seziert Büro- und Fabriklogik, bis sie ins Surreale kippt. Einfach gut.
Eine Autorin mit literarischem Gewicht: Oyamada (geb. 1983 in Hiroshima) gewann für The Factory den Shincho Prize for New Writers; ihr späteres The Hole wurde mit dem Akutagawa-Preis ausgezeichnet. Und wer sie einmal „verstanden“ hat, erkennt ihre Handschrift sofort: trocken, surreal, messerscharf, mit einer leisen Komik...
Ich wünsche Ihnen interessante Lesestunden: