Weil er zugleich Liebeserklärung an die Fantasie, ein stiller Bildungsroman und ein zärtliches Erinnerungsstück ist – leicht im Ton, tief im Gehalt. Und weil "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" selbst ein kleines Kunstwerk ist: schmal, fein, und voller Wahrheit über die Freiheit, die in Worten steckt.
Wer Bücher liebt, wird dieses besonders lieben.
Wer Geschichte neu entdecken will, auch.
Darum geht es: Dai Sijie erzählt in seinem Debütroman eine Geschichte, die in den 1970er-Jahren im China der Kulturrevolution spielt, einer Zeit, in der Bücher gefährlich waren – und Worte eine besondere Macht hatten. Zwei jugendliche Freunde werden zur "Umerziehung" in ein entlegenes Bergdorf geschickt – eine Praxis, die Hunderttausende traf, deren Bildung verdächtig erschien. Dort treffen sie auf die Tochter eines Schneiders, schön und ungebildet, und auf einen geheimen Schatz: einen Koffer voller verbotener westlicher Romane. Unter ihnen – Balzac.
Über den Autor: Dai Sijie, geboren 1954 in Chengdu, China, ist ein chinesisch-französischer Autor und Filmemacher. Während der Kulturrevolution wurde er zur Umerziehung aufs Land geschickt. 1984 zog er nach Frankreich, wo er Filmregie studierte. Sein Debütroman "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" (2000) wurde international erfolgreich und von ihm selbst 2002 verfilmt. Seine Werke thematisieren oft die chinesische Geschichte und Kultur, insbesondere die Kulturrevolution, und betonen die transformative Kraft von Kunst und Literatur. Dai Sijie verwebt westliche und östliche kulturelle Einflüsse und hat weltweit Anerkennung gefunden.
Ich wünsche Ihnen interessante Lesestunden: