Delisle, der als Animationszeichner nach Shenzhen kam, erzählt diese Stadt nicht in großen Thesen, sondern in Beobachtungen: in Wegen, Blicken, Routinen und ja: auch Missverständnissen. Gerade darin liegt die Stärke dieses Comics.
Tu Weiming schreibt keinen Wohlfühl-Humanismus. Sondern einen, der wie eine Übung wirkt: Menschsein ist hier etwas, das man lernt. Im Alltag, im Umgang mit anderen, im Blick auf die Welt. Ausgangspunkt ist ein Vortrag vom Weltkongress für Philosophie 2018 in Beijing, dessen Motto programmatisch war: „Learning to be Human“.
Man muss kein China-Experte sein, um dieses Buch zu mögen. Man muss nur neugierig sein: Wie wird aus Alltag Kultur? Und aus Kultur ein ganzer Blick auf die Welt?
New York in den 90ern, Hochglanzlobbys, Bankentürme und mittendrin Casey Han, Tochter koreanischer Einwanderer, Princeton-Absolventin, pleite, wütend und entschlossen, trotzdem da oben mitzuspielen.
Darum sollten Sie das Buch lesen: Das ist Literary Noir aus Japan. Weil „Der Dieb“ nicht nur Spannung baut, sondern auch eine Frage stellt, die nachhallt: Wie wird ein Leben zur Rolle und wann kommt man da wieder raus?
Wenn ein Krimi nicht nur Spannung liefert, sondern auch das schöne Gefühl: Ich könnte das selbst knacken, dann ist man bei Yukito Ayatsuji genau richtig.
Darum sollten Sie das Buch lesen: Weil Mieko Kawakami mit leiser Wucht eine Geschichte über Ausgestoßene erzählt – voller Poesie, Sozialreportage und gesellschaftlicher Relevanz.